Zum Tode von Gerrit Onne van de Klashorst

Klashorst

Gerrit Onne van de Klashorst
1927 - 2017

 

 

 

Die EGD trauert um Gerrit Onne van de Klashorst

 

Gerrit Onne van de Klashorst ist am 16.12.2017 im Alter von 90 Jahren Jahren verstorben.

Sein Tod macht uns sehr betroffen, hat er doch als Begründer der Dispokinesis einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Musikermedizin geleistet. Ihm ist es zu verdanken, dass mittels der Dispokinesis vielen von uns Wege aus persönlichen beziehungsweise künstlerischen Krisen aufgezeigt werden konnten. Ohne Herrn van de Klashorst gäbe es die EGD nicht, und wir könnten dieses wertvolle Erbe nicht weitertragen. Wir verneigen uns voller Hochachtung vor seiner Lebensleistung und fühlen mit den Angehörigen und allen Menschen, die Herrn van de Klashorst nahestanden.

Der Vorstand der EGD

Herbert Bayer 
Franziska Dürr
Utae Nakagawa-Herbst
Jochen Paule
Maria Peschken
Eva Spogis


Nachruf von Angelika Stockmann

Am 16. Dezember 2017 ist Gerrit Onne van de Klashorst im Alter von 90 Jahren verstorben. Der Lebensweg des Begründers der Dispokinesis hat sich vollendet. In großer Dankbarkeit und Respekt verneigen wir uns vor unserem großen Lehrer, dessen Persönlichkeit und Lebenswerk uns als Menschen und Musiker entscheidend geprägt hat. In diesem Moment denken wir besonders an seine Frau und seine Familie und wünschen Ihnen von Herzen Kraft und Trost.

Diejenigen, die ihn persönlich erlebt und von ihm gelernt haben, erinnern sich an den unkonventionellen Denker und Lebensmenschen, der Künstlertum und Wissenschaft gleichermaßen in sich vereinte. Es ist nicht zuletzt die Ebenbürtigkeit dieser beiden Perspektiven, die der Dispokinesis als Hilfe zur Selbsthilfe von Musikern für Musiker ihre unverwechselbare Gestalt verleiht.

„Institut zur Behandlung von Tonkünstlern mit Ausdruckshemmungen“, so nannte er die Praxis in Oberhausen, in der er seit Beginn der 90er Jahre nach seiner Berentung in den Niederlanden in Deutschland weiterpraktizierte. In der gleichermaßen intuitiven wie fundierten Erkenntnis, dass im Ausdruck Ursache und Lösung von Beschwerden von „Bewegungskünstlern“ zu finden sind, war er seiner Zeit weit voraus. In seiner weiten Sicht auf die Rolle der Musiker bzw. Künstler in der Gesellschaft bzw. die damit verbundenen Dilemmata verfügte er über ein untrügliches Gespür für die vielfältigen Spaltungen in den Entwicklungsgeschichten von Musikern. Das Herzstück seines Ansatzes, die „Urgestalten von Haltung und Bewegung“ wurden zu einem Übungsweg, mit dessen Hilfe der Musiker sein Menschsein wieder nach Hause holen kann.

Als junger Mann durch eine Verletzung gezwungen, seine Pianistenlaufbahn frühzeitig zu beenden, ist G.O. van de Klashorst uns selbst und den uns Anvertrauten ein ermutigendes Beispiel dafür, Krisen als Chance zu begreifen.

Insbesondere was den Lehrgang betrifft, sind wir uns der besonderen Verantwortung seinem Erbe gegenüber bewusst. Diese Verantwortung beinhaltet beides: Das Bewahren dessen, was wir von ihm bekommen haben – und gleichzeitig die Weiterentwicklung einer Vision, deren Qualität für uns in der Offenheit und Neugier gegenüber allem Wissen, aller menschlichen Erfahrung und den daraus resultierenden Möglichkeiten liegt.

Die entscheidende Orientierung auf diesem Weg hat er selbst uns gegeben: „Ein gutes Gefühl ist immer die Wahrheit.“

Angelika Stockmann


Gerrit Onne van de Klashorst