G. O. van de Klashorst

Der Begründer der Dispokinesis

KlashorstG. O. van de Klashorst, 1927 in Aerdenhout/Holland geboren, begann mit fünf Jahren Klavier zu spielen und studierte später auch Geige, Cello und Gesang. Als er 19 Jahre alt war, setzte ein Unfall, bei dem er zwei Fingerglieder der rechten Hand verlor seiner Musikerlaufbahn ein Ende. Von nun an widmete er sich intensiv dem Thema Disposition, das ihn seit jeher beschäftigt hatte: Er suchte nach Ursachen und Lösungsmöglichkeiten für Spielschwierigkeiten und spezifische Krankheiten von Musikern. Ab 1948 studierte er Physiologie, Anatomie und Kinetologie in Leiden und Utrecht und entwickelte ein ganzheitliches Konzept, nach dem Musikern pädagogisch und therapeutisch zur vollen Entfaltung ihrer Begabung verholfen werden kann. Der Name Dispokinesis besagt „frei verfügen über“ (lat. se disponere) „Bewegung“ (gr. kinesis).

Er begann 1953 seine physiotherapeutische Arbeit in Wageningen. Im Jahre 1959 wurde das Institut van de Klashorst, in enger Kooperation mit den meisten medizinischen Fachgebieten, welche die Dispokinesis als eigenständige Behandlungsmethode neben der Physiotherapie einsetzten an das Pieter Pauw - Hospital angegliedert. In den 1960er Jahren begann das Institut mit Intensivseminaren und später einem Fortbildungslehrgang in Dispokinesis für Musiker und Physiotherapeuten. 1968 etablierte van de Klashorst in Wageningen den postakademischen Fortbildungslehrgang "Dispokinesis" für Musiker und Physiotherapeuten.

G.O. van de Klashorst erkannte früh, dass den Ursachen der besonders bei Musikern sehr vielfältigen Formen von Indisposition nur durch eine ganzheitliche Betrachtungsweise auf die  Spur zu kommen ist. Mit seinen Forschungen auf den Gebieten der funktionellen Anatomie, der Neurophysiologie und der Entwicklungspsychologie, vor allem mit seinen Erkenntnissen über die senso- motorischen Entwicklungs- und Reifungsprozesse des Menschen fand er die tief reichenden Wurzeln physischer und psychischer Fehlhaltungen, die, wenn sie unerkannt bleiben, sich wechselseitig verstärkend zu einer wachsenden Behinderung der Spiel- und Ausdrucksfähigkeit des Musikers werden können .

Aus seinen Erkenntnissen heraus entwickelte v. d. Klashorst vor mehr als 45 Jahren  eine Folge von Übungen, die er Urgestalten nannte. Gleichzeitig   entstanden spezielle Übungen zur Instrumental- und Gesangstechnik sowie ergonomische Hilfsmittel.