Urgestalten

Die „Urgestalten von Haltung und Bewegung“

Eine Urgestalt ist eine ursprüngliche Form der Körperhaltung und -bewegung, wie sie jedem neuen Leben als „innere Weisheit“ mitgegeben ist: Jedes gesunde Kleinkind entwickelt seine individuelle Motorik auf natürliche Weise vom Liegen, Krabbeln, Sitzen, Aufrichten bis hin zum Stehen und Gehen. Diese primäre Bewegungsentwicklung bildet die motorischen Urerfahrungen des Menschen, auf die sich die Urgestalten der Dispokinesis beziehen und ist zugleich Voraussetzung seiner geistigen Entwicklung. Mit dem aufrechten Gang werden die Arme als Stütze für die Körperbalance entbehrlich und die Hände frei zum Greifen und Handeln. Damit erlebt das Kind den entscheidenden Entwicklungssprung vom Stadium des Greifens hin zum „Begreifen“. Über die nun zur Verfügung stehende Feinmotorik wird gezieltes „Handeln“ möglich.
Auf dem Weg dahin sind die Begleitumstände des Entwicklungsprozesses entscheidend für das Endresultat. Hindernde oder schädigende Einflüsse hinterlassen tiefe Spuren im Bewegungsmuster wie in der geistigen und psychischen Entwicklung. Sie hemmen die motorische und geistige Reifung des Menschen.

Urgestalten und Übungen

Die Urgestalten und Übungen sind ein Grundbaustein der Dispokinesis. Ihr „roter Faden“ ist die Abstimmung von Stabilisierungsfunktionen (Körperspannung, Bodenkontakt) mit differenzierten Bewegungs- und Atmungsformen. Es sind etwa 30 einfache Basisübungen, die die natürlichen menschlichen Entwicklungsschritte vom Liegen bis zum Stehen unter Berücksichtigung des jeweils individuellen Ausdrucksgehalts nachvollziehen. Sie dienen dazu, bestimmte Abläufe der Senso - und Psychomotorik (Aufrichtungsreflexe, Haltungs-, Atmungs- und Bewegungsgefühle) bewusst zu machen und zu verändern. Sie helfen, erworbenes “stereotypes“ Verhalten zu erkennen und auch in der inneren Vorstellung zu den motorischen Urerfahrungen zurückzufinden.