Fokale Dystonie
Die Fokale Dystonie in der Dispokinesis-Praxis
Die „Fokale Dystonie“ ist eine Erkrankung der Bewegungssteuerung. Dabei geht ihre motorische Symptomatik wesentlich zurück auf Veränderungen im Bereich des somatosensorischen Kortex. Deshalb stehen die Bewusstwerdung der eigenen körperlichen Disposition und die Vertiefung des sensomotorischen Feedbacks an erster Stelle des dispokinetischen Retrainings bei einer fokalen Dystonie. Basisübungen zur Feinmotorik der Finger bzw. der mundmotorischen Muskulatur bei Bläserdystonien sorgen für die Regulierung muskulärer Dysbalancen und für die Wiederherstellung der Funktionalität des feinmotorischen Apparates.
Stereotype Muster am Instrument werden mit Hilfe „ursprünglicher“ Bewegungsvorstellungen Schritt für Schritt aufzgelöst. „Ursprünglich“ weist in diesem Zusammenhang auf die Typologie stereotyper Muster hin: Es sind meist künstlich angelernte und übertrainierte Bewegungsmuster, die sich nicht in ein natürliches bzw. persönliches Bewegungsverhalten integrieren ließen, sondern sich nach und nach „abgespaltet haben“.
Dystonische Muster sind hochspezifisch. Dies gilt in der Regel sowohl für ihre Beschränkung auf den Schauplatz des Instrumentes (manchmal weitet sich ein solches Muster allerdings auch auf Alltagsbewegungen aus) als auch für die Geschichte ihres Zustandekommens. In diesem Sinne verlaufen auch Retrainingprogramme individuell. Prognosen sind im Vorhinein nicht möglich. Der dispokinetische Ansatz hat sich in der Arbeit mit Fokalen Dystonien außerordentlich bewährt. Allerdings erfordert diese Arbeit ein sich Einlassen auf einen vertiefenden und oft auch längerfristigen Prozess.
Zum Weiterlesen:
www.dispokinesis-praxis.de
Download von: Die Vertreibung aus dem Paradies, Angelika Stockmann, Zeitschrift der Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin 1/2010
