Dispokinesis

Die Dispokinesis unterstützt Musiker·innen und Bühnenkünstler·innen auf ihrem Weg zur eigenen künstlerischen Ausdrucksfähigkeit. Sie wird sowohl präventiv als auch therapeutisch eingesetzt.

Die Dispokinesis entstand um 1950 im Umfeld des Sweelinck-Konservatoriums Amsterdam. Im Mittelpunkt der dispokinetischen Arbeit stehen die Urgestalten von Haltung und Bewegung, die G.O. van de Klashorst aus seinen human- und evolutionswissenschaftlichen Studien heraus entwickelt hat. Hinzu kommen spezielle Übungen zur Instrumental- und Stimmpraxis.

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Die Dispokinesis basiert auf der funktionellen Anatomie, der Neurophysiologie und der Entwicklungspsychologie sowie auf Erkenntnissen zu senso- und psychomotorischen Lern- und Reifungsprozessen. Neben der Praxis und Lehre von Haltung, Atmung und Bewegung befasst sich die Dispokinesis mit den Erfahrungs-, Bewusstseins- und Denkprozessen von professionellen Musiker·innen in Bezug auf ihre Sing-, Spiel- und Ausdrucksfähigkeit.

Die Dispokinesis stattet Ratsuchende mit einem individuellen Repertoire von Selbsthilfen aus. Berufsmusiker·innen aller Sparten, die eine Ausbildung als zertifizierte Dispokineter·innen abgeschlossen haben, stehen dafür als unterstützend und begleitend zur Verfügung. Die Dispokinesis ist eine auf die Bedürfnisse von Musiker·innen unmittelbar zugeschnittene Arbeitsweise. Dabei liegt ihre Stärke gleichermaßen in der Prävention wie in der Behandlung von Spielbeschwerden, Bühnenängsten bis hin zur fokalen Dystonie.

Was ist Disposition?

Schon 1931 erkannte der Leipziger Geiger und Musikwissenschaftler Prof. Siegfried Eberhard: Disposition ist dem Menschen als angeborenes Wissen mitgegeben. Sie drückt sich in einer ursprünglichen und natürlichen Haltung und Bewegung seines Körpers aus. Was bedeutet das für die Musiker·innen?

„Disponiert“ zu sein beschreibt einen Zustand des natürlichen Zusammenspiels von Geist und Körper, welches die inneren Klangvorstellungen in freier Bewegung zum Klingen bringt. Diese ursprüngliche Disposition kann jedoch im Laufe des Lebens verloren gehen. Sie wird dann durch angelernte künstliche Formen ersetzt. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Erziehung, falsche Vorbilder, unreflektiertes Befolgen von Anweisungen, schlechte Sitzmöbel, psychische Faktoren wie Stress, Erfolgszwang, Ehrgeiz, Angst und vieles mehr können die Ursachen sein. In den 50er Jahren begann der holländische Pianist und Physiotherapeut G.O. van de Klashorst, intensiv und auf wissenschaftlicher Grundlage an diesem Thema zu arbeiten. Mithilfe der Dispokinesis kann die eigene Disposition wiedererlangt werden.